A Travellerspoint blog

June 2019

Tag 3

"Das Heilige Meer Sibiriens - der Baikalsee

sunny 25 °C

Gestern Abend ging es noch hoch her in unserem Hotel. Da dürfte es eine Schulabschlussfeier gegeben haben. Es waren genau vor meinem Fenster viele laute Jugendliche unterwegs. Aber wohl wegen der Müdigkeit und des Schlaftrunkes hatte ich bis zum Läuten des Weckers um 07:45 Uhr durchgeschlafen. Nach einen guten Frühstück verließen wir mit dem Bus die Stadt Irkutsk. Ziel sollte das 65 km entfernt liegende Dorf Listwjanka an der Südküste des Baikalsees sein. Wir fuhren sofort auf die Autobahn auf und nach etwa 5 km wieder ab. Dort machten wir bei einem „Supermarkt“ Halt, um uns für die Zugfahrt am nächsten Tag mit Lebensmitteln einzudecken. Obwohl ich mich schon zu Hause mit Essbarem eingedeckt hatte, ging ich mit, um die Preise zu vergleichen. 1 Liter Milch kostet 89,90 Rubel. Da 70 Rubel etwa 1 Euro sind, ist die Milch relativ teuer zumal der durchschnittliche sibirische Monatsverdienst 32.000 Rubel beträgt. Aber es gibt sehr viele westliche Produkte, für die die Russen gerne bereit sind, mehr zu bezahlen. Die Bierauswahl war sehr international und riesengroß.

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Einkaufen im Supermarket

Etwas außerhalb von Irkutsk auf halbem Weg zum Weltnaturerbegebiet Baikalsee befindet sich das große Freilichtmuseum Talzy. Seit 1966 wurden 36 alte Holzbauten aus verschiedenen Dörfern rund um Irkutsk auf einem 37 Hektar großen Areal wiederaufgebaut. Es gab wunderschöne alte Holzkirchen, ähnlich denen, die wir auf der Insel Kischi gesehen haben,

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Alte Holzkirche

Bauernhäuser, jedes mit Herrgottswinkel in der guten Stube

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Gute Stube des Bauernhauses

und auf jeden Fall mit einer Sauna im Garten (hier wurde geheizt und deshalb diente sie auch als Ersatzbadezimmer, Raum für Geburten, Krankenpflege und Aufbahrungshalle)

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Sauna im Garten

und ein Teil einer alten Festung, Ostrog genannt, aus dem 17. Jh. In dessen Aussichtsturm die Kosaken uns mit ihren schönen Liedern erfreut haben

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Altes Fort mit Aussichtsturm

Sowie ein Schulhaus mit Klassenzimmer und gleich daran angeschlossener Lehrerwohnung

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Alte Schule

und eine burjatische Jurte.

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Jurte

iverschwunden. Heute bekommt der Besucher hier auch Einblick in die Ethnografie des Gebietes Krasnojarsk. Über lange Jahre hinweg hatte dieses Museum eine rein politische Bedeutung und war bekannt als Verbannungsort von Lenin in Sibirien, was allerdings unsere Reiseleiterin Ludmilla mit keinem Wort erwähnt hatte. Daher kommen Touristen nicht selten nach Schuschenskoje, um sich nicht nur mit dem Altertum vertraut zu machen, sondern auch mit der Revolutionsgeschichte Russlands. Der junge Lenin lebte während seiner Verbannung in zwei Häusern. Auf jeden Fall war auch der Ausblick auf die aufgestaute Angara sehr schön.

Die Fahrt ging weiter durch dichte Wälder aus Birken und Lärchen, die immer wieder die Sicht auf die parallel fließende Angara versperrten. Doch dann konnten wir von einem Hügel aus bereits den ersten Blick auf die Stelle werfen, aus der der einzige Abfluss des Sees, die Angara, entspringt. Der Baikalsee, auch "Heiliges Meer“ genannt, war einst zur Gänze von Bergen umgeben. Da sich hier die Kontinenttalplatten aneinander reiben, stürzte ein Teil ein und das Wasser konnte ablaufen. Nur mehr eine Felsspitze des ehemaligen Gebirgszuges ragt heute noch aus dem Wasser heraus. Wir hielten an, um einen Blick auf diesen Shamanenstein zu werfen.

Nächster Halt war beim Shamanen Stein, der mit der Geschichte des Sees eng verbunden ist. Eine Legende besagt, dass der alte Baikal seine einzige Tochter Angara über alles liebte. Als sie sich eines Tages zu ihrem Geliebten Jenissei flüchtete, warf der Vater aus Zorn einen großen Stein nach ihr. Dieser auch Schamanenstein genannte Fels ragt bei Listwjanka aus dem Wasser und markiert die Grenze zwischen Baikal und Angara. Die Angara wird auch als einzige Tochter des Baikal bezeichnet, da sie heute dessen einziger Abfluss ist, Söhne (Zuflüsse) hat der Baikal mehr als 300. Ob in Zukunft allerdings von diesen Zuflüssen noch viel Wasser fließen wird, ist fraglich, da die Mongolei alleine am Fluss Selenga acht neue Kraftwerke bauen will, woher der Baikalsee die Hälfte seines Wassers bezieht.

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Shamanenstein in der Angara

Der nächste Stopp war sehr interessant. Es ist erstaunlich, was Ludmilla alles zu erzählen weiß. Sie ist Grundschullehrerin und hat jetzt drei Monate Ferien, wo sie fast nichts verdient. In der Zeitung sah sie das Inserat, dass eine Reiseleiterin gesucht werden würde und da hat sie sich Gott sei dank auch gleich beworben. Im Baikalmuseum zeigte sie uns anhand von Exponaten (Fossilien, die in der Gegend gefunden worden waren) die Entstehung der Erde und die hier noch immer stattfindende Kontinenttalverschiebung. Der Baikalsee hat eine Uferlänge von 2.500 km. An seinen Ufern leben etwa 50.000 Menschen und 150.000 Seerobben. Diese waren lange Zeit geschützt und konnten sich so vermehren, da sie keine natürlichen Feinde haben, dass es etwa 50.000 zu viele von ihnen gibt. Es gibt nur noch zwei Stellen auf dieser Erde an der es Süßwasserroben gibt. Die zwei 80 und 100 kg schweren Damen Maria und Baikalina konnten wir im Aquarium neben sehr seltenen Fischen, die im Baikalsee schwimmen, bewundern.

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Der Baikalsee

Da wir uns in den sibirischen „Alpen“ befinden, durfte natürlich eine Seilbahnfahrt auf einen Gipfel nicht fehlen. Mit einem alten dreier Sessellift der Marke unbekannt fuhren wir auf den etwa 728 m hohen Czerski auf. Diese Erhebung ist nach seinem polnischen Entdecker Jan Czerski benannt. Nachdem der Adelige während der Revolution festgenommen worden war, wurde der studierte Geograph nach Sibirien ins Exil geschickt. Gegen 3 Mahlzeiten am Tag hat er Karten von weiten Teilen Sibiriens angelegt. Auf seinem Gipfel gibt es einen schönen Aussichtspunkt, von dem aus man einen Teil des 650 km langen Baikalsees überblicken kann. Da es sich um einen shamanischen Ort handelt, waren Büsche, Bäume und Geländer mit bunten Bändern geschmückt. Da ich das schon im TV gesehen hatte, nahm ich Bänder mit, um sie hier mit einem Wunsch verbunden festzuknoten. Es war sehr beeindruckend. Am morgigen Tag würden wir das im Dunst liegende andere Ufer mit der KhamarDaban Gebirgskette mit dem Zug bereisen.

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Aussichtspunkt am Czerski

Beim Runterfahren kamen uns ganze Ladungen von Chinesen entgegen. Es gibt so viele von ihnen, dass die Speisekarten einen eigenen Teil in ihren Hieroglyphen geschrieben haben. Unter uns gab es große Farnfelder. Der wird hier gegessen und sogar für den Winter wie Sauerkraut eingelegt. Außerdem blühten die Akelai und eine Lilienart.

Bevor wir zum Abendessen fuhren, besuchten wir die Kirche zum Heiligen Nikolaus, der hier sehr verehrt wird. Dann erreichten wir den kleinen Ort Listwjanka. Hier hört die Straße auf und man kann den Norden des Sees nur noch mit dem Schiff erreichen. Im 18 Jh. wurde Listwjanka zum ersten Mal in Reiseaufzeichnungen gefunden. In den kleinen, einsamen Ort, der schwer erreichbar war, wagten sich nur flüchtige Sträflinge. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Schiffswerft zum wichtigsten Unternehmen von Listwjanka, weil dort die in England gebauten Eisbrecher „Baikal“ und „Angara“ zusammengesetzt wurden. Die kleine Ortschaft wuchs rasant an, weil aus der kleinen Stadt der größte Hafen am Baikalsee wurde. In den 1960er Jahren wurde in Rekordzeit eine Autobahn von Irkutsk nach Listwjanka gebaut, da ein vermeintliches Treffen zwischen Dwight D. Eisenhower und dem russischen Staatsoberhaupt am Baikalsee stattfinden sollte. Heute gibt es in der Stadt viel Souvenirläden und Cafes, denen auch wir einen kurzen Besuch abstatteten.

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Karte Baikalsee mit Einzugsgebiet

Die größte touristische Attraktion ist jedoch der Baikalsee, der seit 1996 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Der See ist meistens von November bis Mai zugefroren. Seit kurzem zählt der Fernwanderweg „Great Baikal Trail“, der im Endausbau eine Länge von 2.000 km haben wird, zu den größten Aktrationen. Der Baikalsee befindet sich in den Südsibirischen Gebirgen, ist mit 1642 m Tiefe der tiefste See und mit einem Volumen von 23.615 km³ der wasserreichste Süßwassersee der Welt. Er enthält ungefähr ein Fünftel des weltweit vorhandenen flüssigen Süßwassers. Der See besitzt eine Uferlänge von rund 2125km, ist vom Südwesten zum Nordosten 673km lang und maximal 82km breit. Seine durchschnittliche Breite beträgt 48 km. Der einzige Abfluss des Sees, die Angara, ist sogar zwischen Bratsk und Irkutsk schiffbar. Wegen seiner großen Tiefe hat er kaum mehr als 10 Grad – also ideal als Badesee! Trotzdem bauen reiche Russen ihre Datschas direkt ans Ufer, obwohl der gesamte See von einer Küstenschutzzone umgeben ist. Die Kahlschläge der holzverarbeitenden Industrie sind ein weiteres Zeugnis dafür, dass die Russen nicht viel von Umweltschutz halten, obwohl uns Ludmilla ständig davon erzählt hat, wie friedvoll und umsichtig die Russen sind. Sie macht ihren Job allerdings sehr gut und brilliert mit hervorragendem Wissen auf allen Gebieten. Dazu hat sie noch einen trockenen Schmäh: Männer sind wie Hunde – sie gehören ins Freie (um ihren Testosteron abzubauen) und Frauen sind wie Katzen – sie gehören ins Haus.

Natürlich wäscht man sich vor dem Essen die Hände und das am besten im Baikalsee. Ich wuchs meine Füsse auch und es war gar nicht so kalt. Um 18:00 Uhr speisten wir im Lisvyanka Restaurant ein typisches Baikal Fischmenü. Gegen 20:30 Uhr erreichten wir das Hotel. Ein schöner Tag ging zu Ende. Jetzt hab ich meinen Bericht fertiggeschrieben, weil die Russen schon wieder lautstark im Hotel feiern. Aber ich hab ja noch Whiskey! Der hilft. Morgen müssen wir früh aufstehen.

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Abendessen Fisch vom Baikalsee

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Tag 2

Das Paris Sibiriens "Irkutsk"

sunny 26 °C

Wir sind gut in Irkutsk, Paris Sibiriens genannt, gelandet. Irkutsk in Russland ist 6 Stunden vor Wien. Wenn es in Kärnten 12:00 Uhr Mittag ist, dann ist es in Irkutsk bereits 18:00 Uhr am Abend. Da es so früh war, konnten wir unsere Zimmer noch nicht beziehen. Aber wir wurden trotzdem in ein Hotel gebracht, wo uns ein Frühstück serviert wurde. Gefühlt um Mitternacht begannen wir sodann gleich mit der Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt der russischen Oblast Irkutsk. Die Stadt liegt etwa 70 Kilometer vom südwestlichen Ende des Baikalsees direkt an der Angara, dem einzigen Abfluss dieses Sees. Am Südostrand der Stadt wird die Angara zum Irkutsker Stausee aufgestaut, bevor sie dann in den Irkut mündet. Die Universitätsstadt hat circa 600.000 Einwohner und liegt direkt an der Transsibirischen Eisenbahn.

In Irkutsk herrscht hochkontinentales subarktisches Klima mit warmen Sommern mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und kalten Wintern, in denen das Thermometer auf Minus20 bis Minus 30 Grad fällt.

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1661 wurde am Ufer des Flusses Angara unter dem Kosakenführer Jakow Pochabow ein Kosakenfort angelegt. Seit 1686 hat Irkutsk, welches Handelszentrum für Diamanten, Gold, Seide, Tee und Holz ist, das Stadtrecht. 1728 startete hier Vitus Bering seine ersten beiden Expeditionen. Von hier aus begann die Eroberung des weiten Landes bis nach Alaska. 1879 zerstörte ein Brand 4.000 Häuser, was etwa drei Viertel der Stadt war. Daher ließen im 19. Jh. russische Adelige, die als Zwangsarbeiter nach Sibirien kamen, zahlreiche bemerkenswerte Bauwerke aus Ziegel und Stein errichten, wie das Theater und den Bahnhof. Im 20. Jh. verlor die Stadt an Bedeutung. Nowosibirsk wurde politisches und wirtschaftliches Zentrum Sibiriens. Irkutsk spielt jedoch bis heute mit seinen Theatern und seiner reizvollen Holzarchitektur im Stadtzentrum eine wichtige kulturelle Rolle. Die Innenstadt kann man gut zu Fuß erkunden, indem man der grünen Linie folgt, die 30 Sehenswürdigkeiten auf einer circa 5 km langen Route durch die Stadt verbindet.
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Es hatte26 Grad und wir waren alle „übernachtig“. Da dachte keiner daran, den Stadtrundgang zu Fuss zu machen. Wir befuhren die überbreite Hauptstraße, Karl Marx Straße genannt, die von vielen wunderschönen Gebäuden gesäumt wurde. Jetzt konnte ich verstehen, warum Irkutsk das „Paris Sibiriens“ genannt wird. Die Ulita Uritskogo ist die sehr belebte Fußgängerzone, wo die ganzen guten Läden sind. Das Wahrzeichen der Stadt ist „Babr“, eine Mischung aus sibirischem Tiger und einem Biber, der seine Beute, einen Zobel, im Mund festhält.

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Wappen der Stadt mit Babr

Vorerst blieben wir beim Kriegerdenkmal der Stadt stehen, das reichlich mit Seidenblumen dekoriert war. Danach machten wir einen Spaziergang an die Angara, wo das Denkmal des Stadtgründers steht. Die Uferstraße war wegen des heutigen Feiertags des Kindes abgesperrt. Hier würde später ein Autorennen stattfinden. Am Ufer befindet sich eine Kirche, die zerstört worden war. Die bunten Fresken sind erst 20 bis 30 Jahre alt. Der Altar der russisch-orthodoxen Kirche ist mit reich goldenen Ikonen verziert. Unglaublich, wie schön die Kirche war.

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Sobor Bogayavlensky Kathedrale

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Altar der russisch-orthodoxen Kirche

Ihr gegenüber steht die 312 Jahre alte Erlöser Kirche, die bereits zum dritten Male wiederaufgebaut worden war. Zwei Mal hat es aus Holz bestanden, für den dritten Wiederaufbau wurde in Moskau der Bau einer Kirche aus Stein beantragt.

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Khram Vo Imya Spasa Erlöser Kirche

Vorherrschende Fassadenfarben sind weiß, grün und blau. Das sind auch die Farben, die am häufigsten in der Natur vorkommen. Man glaubt, dass Gott einen Grund gehabt hatte, als er die Welt erschaffen hatte, dass diese Farben so oft vorkommen. Um ihn zu gefallen werden diese Farben häufig verwendet. Durch die ganze Stadt sieht man sehr viele linksgesteuerte Autos fahren. Das sind japanische Gebrauchtwägen. Sie sind in Russland besonders beliebt.

Im 130 kvartal befinden sich meiner Meinung nach, schlecht renovierte Holzhäuser aus dem 18. Jh. Hier hat es mir nicht so gut gefallen. Durch die ganze Stadt hatten wir schon alte gesehen, die etwas schief stehen. Diese Häuser wurden zum Großteil aus der heimischen Lerche erbaut. Sie wächst hier sehr langsam, da der Sommer sehr kurz ist. Für den Durchmesser einer bei uns wachsenden 100 jährigen Lärche benötigt der Baum in Sibirien 200 Jahre. Diese Bäume werden auch als Fundament der Häuser verwendet. Das Holz wird im Feber geschlägert. Weil es so harzig ist, versteinert es mit der Aufnahme der Flüssigkeit aus dem Boden. So wird es auch schwer brennbar. Von den 82 renovierten Häusern in diesem Viertel gehören 4 der Stadt. In diesen sind Museen untergebracht. Die anderen wurden zum Teil Handwerkern mietfrei überlassen, um Leben in das Viertel zu bringen. Es sollen in weiteren 10 Stadtvierteln solche Projekte entstehen. Diese Häuser sind durch ihre Bauweise auch ziemlich Erdbebensicher und vor dem Permafrost geschützt.

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Holzhaus im Quartier 130

Auf unserer Fahrt zur Kazanskaya Kirche kamen wir an einem der heute noch existierenden Gefängnissen vorbei. Die schlossähnliche orthodoxe Kirche Kazanskaya mit ihren blauweißen Türmchen hatte große Ähnlichkeit mit der Basilius Kathedrale am Roten Platz in Moskau. Nur war die Blumenbepflanzung rund um die Kirche einzigartig. Der Hauptaltar wurde gerade renoviert. In dieser Kirche habe ich eine Kerze für den guten Verlauf der Reise angezündet.

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Kazanskaya Kirche

Eigentlich war die Zeit der Stadtrundfahrt schon zu Ende. Wir hatten am Vormittag jedoch einen Stopp in der Bank eingelegt, um Rubel zu wechseln und eine nicht geplante Toilettenpause hatte auch stattgefunden. So genehmigte die Chefin des Reisebüros den noch auf dem Programm stehenden Besuch des Klosters. Auf dem dorthin hielten wir noch kurz bei schönen Holzhäusern, um die Symbole auf der Fassade zu betrachten. Sie waren von einfachen Bauern errichtet worden, die nicht lesen und schreiben konnten. An der Verzierung dieses Hauses konnte man herauslesen, dass man hier früher übernachten konnte und etwas zu essen bekam.

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Verzierung Holzhaus Irkutsk

Letzter Halt war das Kloster Im Zeichen der Heiligen Gottesmutter Maria. Im Park fanden wir den Gedenkstein für den Columbus Russlands. Einige wollten noch unbedingt auf den Markt. Letztendlich blieben dann nur noch zwei über, die dazu nicht zu müde waren und die mit dem Taxi ins Hotel fahren würden.

Zum Abendessen um 18:00 Uhr im Restaurant gegenüber dem Hotel gab es einen Fischsalat als Vorspeise und eine Renke aus dem Baikalsee zum Hauptgang. Nach dem Abendessen fiel ich nach Einnahme eines Schlummertrunks ins Bett.

Hi Mutti!
Speziell für Dich: Mir geht es sehr gut. Alles in Ordnung. Gruß an alle

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Tag 1

Anreise Wien Irkutsk

overcast 16 °C

Die Nacht war zwar nicht allzu ruhig (die Wienzeilen sind stark befahrene Straßen), weil ich bei geöffnetem Fenster geschlafen habe, aber ich schlief durch und stand guterholt auf. Ich freute mich schon auf das Frühstücksbuffet, welches in diesem Hotel besonders gut ist. Immerhin gab es Lachs, frisch gekurbelten Prosciutto und wer will, auch Sekt.

Koffer und Taschen hatte ich schon gepackt. Schnell checkte ich aus. Dann konnte schon das große Abenteuer beginnen. Meinen Koffer rollte ich über die Straße zur UBahn Station Längenfeldgasse und fuhr zwei Stationen zum Bahnhof Meidling. Eine Karte war schnell gekauft. Um 9:00 Uhr geht eine durchgehender Railjet zum Flughafen mit nicht mal 20 Minuten Fahrzeit. Die goldene Getreidefelder begleiteten uns auf beiden Seiten. Abflug war vom Terminal D – sehr exotisch. Im ältesten Teil des Flughafens war ich schon lange nicht mehr gewesen.

Es ist ratsam, mehr als 2 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Immer mehr Leute sind unterwegs und es gibt immer mehr Kontrollen für die man immer länger braucht. Diesmal fand direkt am Abfluggate D23 die Sicherheitskontrolle statt. Pünktlich um 12:00 Uhr startete die Maschine der Aeroflott Richtung Norden. Deshalb hatten wir heute auch so eine tolle Sicht auf Wien. Wir überflogen das Schloss Schönbrunn und die verschiedene Arme der Donau.

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Blick auf Schloss Schönbrunn

Bald aber tauchten unter uns Wolken auf. Da es auch keinen Monitor gab, wussten wir gar nicht wie wir flogen. Einmal hatte sich der Kapitän gemeldet und gesagt, dass wir uns südlich von Minsk befanden. Ein gefülltes Weckerl und etwas zu trinken bekamen wir immerhin bevor wir nach 2 Stunden 40 Minuten in der zweitgrößten Stadt Europas, in Moskau, durch dichten Nebel landeten. Es regnete und es hatte 16 Grad.
In unseren Reiseunterlagen der THV stand, dass wir vom Terminal B nach Irkutsk weiterfliegen würden. Ich hatte etwas im Aeroflot Magazin geblättert und herausgefunden, dass wir mit der UBahn vom Internationalen Flughafen Terminal F, wo wir angekommen waren, zum Inlandsflughafen fahren müssten. Vorerst mussten wir aber durch den Zoll. Einige der Reisegruppe hatte ich bereits getroffen, die wiederum glaubten im Obergeschoss durch den Transit zu müssen. Ebenfalls ein heilloses Durcheinander und eine ganz schlechte Reisebeschreibung der THV. Ich blieb vor dem Zoll stehen. Dann musste man den Flughafen verlassen und zur UBahn gehen. Von dort aus waren wir in wenigen Minuten am Terminal B.

Es hätte knapp werden können mit den 1,5 Stunden zum Umsteigen. Gut, dass ich das gelesen hatte, denn zum Fragen haben wir fast niemanden gefunden. Wir kamen gerade rechtzeitig und konnten gleich in den Flieger. Ich hatte ganz vorne einen Platz Reihe 6C. Neben mir kam ein junges Ehepaar mit einem 6 Monate alten Baby zu sitzen – also eigentlich der Platz, den Peter sonst immer hat. Da wurde viel geweint, dann dem Kind zur Beruhigung sofort die Brust gegeben und so weiter die ganze Nacht. Zuerst habe ich etwas gelesen und dann doch etwas geschlafen.
Für Peter: Die Aeroflot hat der Iberia den Rang abgelaufen. Auswahl zum Essen: Lamm oder Fisch und zum Trinken keinen Alkohol ! Es gab ganz kleine Turbulenzen und da wurde das Service sofort eingestellt. Hier gibt es noch einen großen Unterschied zwischen First Class und Otto Normal Verbraucher. Gleich beim Einsteigen schon ein Gläschen Sekt. Jeder einen Monitor für sich und alle müssen warten bis diese ausgestiegen sind, dann erst können sich alle anderen in Bewegung setzen.

Dafür gab es aber einen wunderschönen Sonnenaufgang im Anflug auf Irkutsk. Zu Hause ist es noch immer der 28. Juni. Hier aber hat schon ein neuer Tag begonnen. Um 4:45 Uhr sind wir gut gelandet. Zwei Busse holten uns am Rollfeld ab und brachten uns zum Flughafengebäude, wo Ludmilla, unsere Reiseleiterin für die nächsten Tage, erwartete. Während wir auf den Rest der 28 köpfigen Gruppe warteten, holte ich mir mit der Bankomatkarte einige Rubel aus der Maschine. Viel würden wir ja nicht brauchen. Halbpension ist inkludiert.

Dann ging es zum Rollband. Nur mit dem Gepäckaufgabeschein haben wir auch unsere Koffer bekommen. Meiner war diesmal einer der ersten. Zum Schluss fehlten jedoch 4 Stück, die ins Hotel nachgeliefert werden würden. Ludmilla zeigte uns, wo der Bus steht. Innen war er dekoriert mit Vorhängen mit Goldbordüre – fast wie in einem kleinen Theater. Zum Hotel fuhren wir nur 5 Minuten. Dann gab es eine gute Nachricht. Wir konnten unsere Zimmer schon beziehen!

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Flughafen Irkutsk

Wir befinden uns ins Sibirien und die Reiseleiterin hat uns schon einiges über das Land erzählt, was ich euch nicht vorenthalten möchte. Früher ist man nach Sibirien verbannt worden – ich fahre freiwillig hin. Sibirien nimmt mit seinen 16 Millionen km² etwa drei Viertel des russischen Staatsgebietes ein. Wegen seiner unwirtlichen Lage – im Westen begrenzt von Ural, im Norden vom Arktischen Ozean, im Osten vom Pazifik und im Süden von der Volksrepublik China, der Mongolei und Kasachstan – leben hier nur rund 38 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt bei nur 2,9 Menschen pro km². Die meisten Menschen leben entlang der Transsibirischen Eisenbahn, wo es auch möglich ist, Ackerbau zu betreiben. Es hat eine west-ost Ausdehnung von zirka 7.000 km und eine nord-süd von etwa 3.500 km. Für Russen beginnt Sibirien „hinter dem Ural“ – in Höhe von Tjumen – und endet „kurz hinter dem Baikal“ – also etwa 100 Kilometer östlich des Baikalsees, bei Ulan-Ude.

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Karte Sirbirien

In Sibirien herrscht Kontinentalklima – das heißt heiße Sommer bis 40 Grad und kalte Winter bis – 70 Grad. Bis zu neun Monate ist das Land von einer Schneedecke bedeckt. Weite Teile des Landes werden von Permafrostböden eingenommen. In nahezu ganz Sibirien liegt die mittlere Jahrestemperatur unter 0 °C. Sibirien gliedert sich von Norden nach Süden in Tundra, Taiga, Waldsteppe und Steppe. In der flachen Taiga gibt es boreale Wälder und in den arktischen Regionen herrscht baumlose Tundra vor. Der Kältepol der bewohnten Welt befindet sich im ostsibirischen Oimjakon (südlich von Werchojansk) mit gemessenen Minus 72 Grad. Die Wäsche gefriert sofort auf der Leine. Milch wird in Blöcken geliefert und nach Bedarf abgehackt und erhitzt. In der Tundra leben Rentiere und Eisbären, in der Taiga Braunbären und Wildschweine.

Zu den indigenen Völkern zählen Völker der paläoasiatischen und der uralischen Sprachfamilien. Bis ins 15. Jh. herrschten die Mongolen über weite Teile Sibiriens. Das mongolische Khanat „Sibir“ was übersetzt so viel wie die „Schlafende“ heißt, gibt dem riesigen Landstrich heute noch den Namen. Die meisten dieser Völker wurden aber durch zwangsweise Ansiedlung und Kollektivierung in Sowchosen und der industriellen Erschließung der hier vorkommenden Bodenschätze wie Öl, Gas, Kohle, Diamanten und Gold verdrängt. Zum Schutz des weiten Landes wurden hölzerne Forts, sogenannte Ostrogs, errichtet. Schon die Zaren schickten viele politischen Gegner und Straftäter nach Sibirien in die Verbannung. In der Zeit Stalins wurden die berüchtigten Gulags errichtet. Ebenso gerieten während des Zweiten Weltkrieges viele Menschen dort in Gefangenschaft. Durch die billige Arbeit der Sträflinge konnten die Bodenschätze des Landes ausgebeutet werden. Die Einöde, die Hitze mit ihren blutsaugenden Mückenschwärmen im Sommer und die arktische Kälte im Winter werden sicher viele Menschenleben gefordert haben. Heute leidet auch Russland an einem Bevölkerungsrückgang. Deshalb gibt es im Grenznahen Gebieten zu China immer mehr Pendler, die in China leben und in Russland arbeiten oder überhaupt nach Russland auswandern, denn aufgrund der hier vorkommenden Bodenschätze und der Holzvorkommen gibt es genug Arbeit.

Ich besuche das Gebiet nicht wegen der vorhandenen Bodenschätze, sondern möchte ein bisschen auf den Spuren meiner Vorfahren wandern. Die Ungarn sind ehemals aus dem Jak ausgewandert. Dieses Land gibt es heute nicht mehr, aber es liegt zwischen dem heutigen Russland und der Mongolei. Wir werden uns folglich genau in diesem Gebiet aufhalten. Außerdem ist es schon lange ein Traum von mir eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn zu machen. Lass das Abendteuer beginnen.

Posted by fegoestranssib 16:45 Archived in Russia

Vorbereitung

Ungarn aus dem Jak

sunny 32 °C

Die Reise ins Exil auf den Spuren meiner ungarischen Vorfahren begann am Morgen mit einer kurzen Fahrt zum Bahnhof Feldkirchen. Schnell ist man mit dem Zug in St. Veit und man hat auch eine ganz andere Sicht auf die Dinge vom Zug aus. Vom Bahnsteig 1 zum Bahnsteig 4 ist es nicht weit, aber mit Koffer und Rucksack muss man doch schauen, dass man den Umstieg in 7 Minuten schafft. Mit dem Railjet ging es dann vorbei an der wunderschönen Burg Hochosterwitz, durch die Steiermark und über den Semmering nach Wien-Meidling. Dort stieg ich aus. Kaufte mir gleich eine 24 Stunden Karte für die Öffis in Wien und fuhr mit der U-Bahn ins Hotel in der Nähe von Schönbrunn.

Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, stellte ich den Koffer im Zimmer ab, erfrischte mich ein bisschen und verließ das Hotel an der Wien sofort wieder. Mit der UBahn fuhr ich bis Hütteldorf und mit dem Bus 52B bis zum Campingplatz Wien. Dort gleich in der Nähe befindet sich die Otto Wagner Villa. Der Maler Professor Ernst Fuchs wuchs in diesem Viertel auf. Schon als kleiner Junge träumte er davon, wenn er einmal ein reicher Künstler sein würde, dass er die bereits verkommende Wagner Villa kaufen und wieder instandsetzen würde.

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Otto Wagner Villa mit Ernst Fuchs Museum

Tatsächlich hat der Künstler die Jugendstilvilla aufwendig renoviert und mit seinen surrealistischen Kunstwerken ausgestattet. Das lichtdurchflutete Haus setzt die Kunstwerke ins richtige Licht. Seine bunten und lichtstarken Bilder strahlen etwas Besonderes aus.

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Otto Wagner Villa
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An der Bushaltestelle gegenüber dem Wiener Campingplatz musste ich einige Minuten warten. Da war ich ganz froh darüber, dass sich eine Wolke vor die Sonne geschoben hatte, denn auch in Wien war es ganz schön heiß. Ich fuhr wieder zurück nach Hietzing und da es noch nicht so spät war, entschloss ich mich mit dem Bus nach Maurer zu fahren, um die Wotrowa Kirche zu suchen. Die Reise ging über den Friedhof Hietzing und den Rosenhügel zum Hauptplatz in Maurer. Ich dachte nicht, dass ich so lange fahren würde. Schon vor Jahren hatte mir eine ältere Dame gesagt, dass ich mal nach Maurer müsste, denn dort gäbe es noch urige Heurige, wo die Touristen nicht so hinfinden.

Gegenüber der Bushaltestelle sah ich einen Heurigen und da merkte ich erst, wie hungrig und durstig ich war. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. So ging ich zum Zahel und bestellte dort einen Heurigen und Backhendel mit Erdäpfelsalat – ein traditionelles Heurigenessen. In gemütlicher Atmosphäre schmeckte es natürlich doppelt so gut. Danach war es für die moderne Kirche zu spät. Auch freute ich mich schon auf eine abkühlende Dusche. So ging es zurück nach Hietzing, wo ich eine gute Eisdiele kenne. Eine Kugel Bitterschokolade als Nachspeise – perfekt!

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Es war ein gelungender Urlaubsbeginn und ich hoffe, dass es so weitergeht.

Posted by fegoestranssib 16:45 Archived in Austria

Vorbereitung

Eine Zitterpartie

sunny 29 °C

Eigentlich freue ich mich schon immer sehr auf meine Reisen und bin gar nicht nervös. Diesmal war es aber anders. Die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn habe ich bei THV entdeckt und der Termin passte einfach perfekt. Sonst sind um diese Zeit meist meine Kollegen bereits auf Urlaub. Unsere Schiffsreise durch den Suezkanal hatten wir auch bei dieser Firma gebucht. Im Nachhinein waren wir mit der Reise ja sehr zufrieden, aber im Vorfeld gab es wie auch bei dieser Reise einige Probleme. Da merkt man halt den Komfort, den eine traditionelles Reisebüro mit guter Beratung - wie bei Constanze - bietet.

Ich wusste von vornherein, dass ich für die Besorgung meiner Visa selbst sorgen musste. Eigentlich für mich kein Problem. Aber da benötigt man halt einige Unterlagen vom Reisebüro dafür. Uns wurde gesagt, dass wir die Unterlagen sechs Wochen vor Abreise bekommen würden. Eingelangt sind die Unterlagen am 3. Juni 2019 - also genau 25 Tage vor unserer Abreise. Ich hatte mich schon vorher bei der russischen und mongolischen Botschaft erkundigt, wie lange die Visumbeantragung dauern würde. Die Russen brauchen für eine normales Visum 3 bis 7 Wochen und die Mongolen 11 Tage. Es gäbe aber bei den Russen ein 3 Tage Express Visum. Es zählen aber immer nur die Arbeitstage. Leider hatten wir etwas Pech mit Arbeitstagen, den in diesem Zeitraum fielen auch noch 3 Feiertage. Ich war immer fleißig am zählen und nach Adam Riese konnte sich das eigentlich gar nicht oder nur sehr knapp ausgehen. Eigentlich muss man auch persönlich bei der Botschaft den Antrag abgeben - für den russischen Antrag für Kärntner in Salzburg und den mongolischen Antrag in Wien. Und das nur an bestimmten Tagen!

Dann bin ich auf die Firma VHS gestoßen. Das ist eine Firma, die man beauftragen kann, das Visum zu besorgen. Dort hatte ich schon mal den Visaantrag heruntergeladen und nachgeschaut, welche Unterlagen ich benötigen würde. Schnell ging ich zum Fotografen, denn 2 Bilder wurden auch benötigt. Ich hatte alle Unterlagen gesammelt, als endlich der Brief von THV kam. In einem beigelegten Schreiben wurde uns empfohlen, das Visum über die Firma VHS zu beantragen. Wenn man kein Visum erhält oder es zu spät eintrifft, ist es das Pech des Reiseteilnehmers und der bezahlte Reisebetrag ist pfutsch!

Also beeilte ich mich alles in einem Kuvert zu verstauen. Auch ein adressiertes und frankiertes Antwortkuvert musste beigelegt werden. Zuerst hatte ich kein gutes Gefühl, meinen Pass per Post an eine unbekannte Firma zu schicken. Da die Firma aber auch vom Reisebüro empfohlen worden war, hoffte ich auf gute Erledigung und Retournierung meines Reisedokumentes. Tatsächlich erhielt ich meinen Pass mit aufgeklebten Visen am 21.7.2019. Dann erst konnte ich mich auf meine Reise freuen.

Schon als ich meine ungarisch Kurse besuchte, wusste ich, dass ich einmal in diese Gegend fahren würde. In unserer ersten Stunde erzählte uns unsere Lehrerin, dass ein Stamm aus dem Jak, einem Gebiet, das es heute nicht mehr gibt, dem Ruf in den Westen gefolgt sei. Die Ungaren ließen sich im letzten Zipfel der Steppe nieder, das ihrer ursprünglichen Heimat ähnlich sah. Ein Teil zog weiter und daraus sind die heutigen Finnen entstanden. Dieser "Staat Jak" liegt heute im Grenzgebiet Russland, Mongolei und China. Dorthin, wo andere verbannt oder ins Exil oder in die Gefangenschaft geschickt worden sind, geht der erste Teil meiner Reise. Beim zweiten Teil der Reise wandeln wir auf den Spuren des Dschingis Khan.

Der Großteil der Strecke legen wir mit dem Bus zurück. Einen kleinen Teil mit der Transsibirischen Eisenbahn. Auch diese Fahrt steht schon lange auf meiner Wunschliste. Leider können wir wegen einer Fahrplanänderung nicht eine Nacht im Zug erleben. Darauf hatte ich mit ja schon besonders gefreut - aber es wird auch einen Grund dafür haben.

So freut euch mit mir. Ein wenig lasse ich euch an meinem großen Abenteuer teilhaben, wenn es Strom und WLAN gibt.

Bis bald aus der sibirischen Steppe!

Posted by fegoestranssib 09:11 Archived in Austria

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