A Travellerspoint blog

Vorbereitung

Ungarn aus dem Jak

sunny 32 °C

Die Reise ins Exil auf den Spuren meiner ungarischen Vorfahren begann am Morgen mit einer kurzen Fahrt zum Bahnhof Feldkirchen. Schnell ist man mit dem Zug in St. Veit und man hat auch eine ganz andere Sicht auf die Dinge vom Zug aus. Vom Bahnsteig 1 zum Bahnsteig 4 ist es nicht weit, aber mit Koffer und Rucksack muss man doch schauen, dass man den Umstieg in 7 Minuten schafft. Mit dem Railjet ging es dann vorbei an der wunderschönen Burg Hochosterwitz, durch die Steiermark und über den Semmering nach Wien-Meidling. Dort stieg ich aus. Kaufte mir gleich eine 24 Stunden Karte für die Öffis in Wien und fuhr mit der U-Bahn ins Hotel in der Nähe von Schönbrunn.

Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, stellte ich den Koffer im Zimmer ab, erfrischte mich ein bisschen und verließ das Hotel an der Wien sofort wieder. Mit der UBahn fuhr ich bis Hütteldorf und mit dem Bus 52B bis zum Campingplatz Wien. Dort gleich in der Nähe befindet sich die Otto Wagner Villa. Der Maler Professor Ernst Fuchs wuchs in diesem Viertel auf. Schon als kleiner Junge träumte er davon, wenn er einmal ein reicher Künstler sein würde, dass er die bereits verkommende Wagner Villa kaufen und wieder instandsetzen würde.

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Otto Wagner Villa mit Ernst Fuchs Museum

Tatsächlich hat der Künstler die Jugendstilvilla aufwendig renoviert und mit seinen surrealistischen Kunstwerken ausgestattet. Das lichtdurchflutete Haus setzt die Kunstwerke ins richtige Licht. Seine bunten und lichtstarken Bilder strahlen etwas Besonderes aus.

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Otto Wagner Villa
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An der Bushaltestelle gegenüber dem Wiener Campingplatz musste ich einige Minuten warten. Da war ich ganz froh darüber, dass sich eine Wolke vor die Sonne geschoben hatte, denn auch in Wien war es ganz schön heiß. Ich fuhr wieder zurück nach Hietzing und da es noch nicht so spät war, entschloss ich mich mit dem Bus nach Maurer zu fahren, um die Wotrowa Kirche zu suchen. Die Reise ging über den Friedhof Hietzing und den Rosenhügel zum Hauptplatz in Maurer. Ich dachte nicht, dass ich so lange fahren würde. Schon vor Jahren hatte mir eine ältere Dame gesagt, dass ich mal nach Maurer müsste, denn dort gäbe es noch urige Heurige, wo die Touristen nicht so hinfinden.

Gegenüber der Bushaltestelle sah ich einen Heurigen und da merkte ich erst, wie hungrig und durstig ich war. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. So ging ich zum Zahel und bestellte dort einen Heurigen und Backhendel mit Erdäpfelsalat – ein traditionelles Heurigenessen. In gemütlicher Atmosphäre schmeckte es natürlich doppelt so gut. Danach war es für die moderne Kirche zu spät. Auch freute ich mich schon auf eine abkühlende Dusche. So ging es zurück nach Hietzing, wo ich eine gute Eisdiele kenne. Eine Kugel Bitterschokolade als Nachspeise – perfekt!

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Es war ein gelungender Urlaubsbeginn und ich hoffe, dass es so weitergeht.

Posted by fegoestranssib 16:45 Archived in Austria

Vorbereitung

Eine Zitterpartie

sunny 29 °C

Eigentlich freue ich mich schon immer sehr auf meine Reisen und bin gar nicht nervös. Diesmal war es aber anders. Die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn habe ich bei THV entdeckt und der Termin passte einfach perfekt. Sonst sind um diese Zeit meist meine Kollegen bereits auf Urlaub. Unsere Schiffsreise durch den Suezkanal hatten wir auch bei dieser Firma gebucht. Im Nachhinein waren wir mit der Reise ja sehr zufrieden, aber im Vorfeld gab es wie auch bei dieser Reise einige Probleme. Da merkt man halt den Komfort, den eine traditionelles Reisebüro mit guter Beratung - wie bei Constanze - bietet.

Ich wusste von vornherein, dass ich für die Besorgung meiner Visa selbst sorgen musste. Eigentlich für mich kein Problem. Aber da benötigt man halt einige Unterlagen vom Reisebüro dafür. Uns wurde gesagt, dass wir die Unterlagen sechs Wochen vor Abreise bekommen würden. Eingelangt sind die Unterlagen am 3. Juni 2019 - also genau 25 Tage vor unserer Abreise. Ich hatte mich schon vorher bei der russischen und mongolischen Botschaft erkundigt, wie lange die Visumbeantragung dauern würde. Die Russen brauchen für eine normales Visum 3 bis 7 Wochen und die Mongolen 11 Tage. Es gäbe aber bei den Russen ein 3 Tage Express Visum. Es zählen aber immer nur die Arbeitstage. Leider hatten wir etwas Pech mit Arbeitstagen, den in diesem Zeitraum fielen auch noch 3 Feiertage. Ich war immer fleißig am zählen und nach Adam Riese konnte sich das eigentlich gar nicht oder nur sehr knapp ausgehen. Eigentlich muss man auch persönlich bei der Botschaft den Antrag abgeben - für den russischen Antrag für Kärntner in Salzburg und den mongolischen Antrag in Wien. Und das nur an bestimmten Tagen!

Dann bin ich auf die Firma VHS gestoßen. Das ist eine Firma, die man beauftragen kann, das Visum zu besorgen. Dort hatte ich schon mal den Visaantrag heruntergeladen und nachgeschaut, welche Unterlagen ich benötigen würde. Schnell ging ich zum Fotografen, denn 2 Bilder wurden auch benötigt. Ich hatte alle Unterlagen gesammelt, als endlich der Brief von THV kam. In einem beigelegten Schreiben wurde uns empfohlen, das Visum über die Firma VHS zu beantragen. Wenn man kein Visum erhält oder es zu spät eintrifft, ist es das Pech des Reiseteilnehmers und der bezahlte Reisebetrag ist pfutsch!

Also beeilte ich mich alles in einem Kuvert zu verstauen. Auch ein adressiertes und frankiertes Antwortkuvert musste beigelegt werden. Zuerst hatte ich kein gutes Gefühl, meinen Pass per Post an eine unbekannte Firma zu schicken. Da die Firma aber auch vom Reisebüro empfohlen worden war, hoffte ich auf gute Erledigung und Retournierung meines Reisedokumentes. Tatsächlich erhielt ich meinen Pass mit aufgeklebten Visen am 21.7.2019. Dann erst konnte ich mich auf meine Reise freuen.

Schon als ich meine ungarisch Kurse besuchte, wusste ich, dass ich einmal in diese Gegend fahren würde. In unserer ersten Stunde erzählte uns unsere Lehrerin, dass ein Stamm aus dem Jak, einem Gebiet, das es heute nicht mehr gibt, dem Ruf in den Westen gefolgt sei. Die Ungaren ließen sich im letzten Zipfel der Steppe nieder, das ihrer ursprünglichen Heimat ähnlich sah. Ein Teil zog weiter und daraus sind die heutigen Finnen entstanden. Dieser "Staat Jak" liegt heute im Grenzgebiet Russland, Mongolei und China. Dorthin, wo andere verbannt oder ins Exil oder in die Gefangenschaft geschickt worden sind, geht der erste Teil meiner Reise. Beim zweiten Teil der Reise wandeln wir auf den Spuren des Dschingis Khan.

Der Großteil der Strecke legen wir mit dem Bus zurück. Einen kleinen Teil mit der Transsibirischen Eisenbahn. Auch diese Fahrt steht schon lange auf meiner Wunschliste. Leider können wir wegen einer Fahrplanänderung nicht eine Nacht im Zug erleben. Darauf hatte ich mit ja schon besonders gefreut - aber es wird auch einen Grund dafür haben.

So freut euch mit mir. Ein wenig lasse ich euch an meinem großen Abenteuer teilhaben, wenn es Strom und WLAN gibt.

Bis bald aus der sibirischen Steppe!

Posted by fegoestranssib 09:11 Archived in Austria

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